Lebensfördernde Kommunikation

Nachdem wir festgestellt haben, dass unsere gängigen Kommunikationsformen uns voneinander trennen und somit Gewalt und Mißverständnisse fördern, brauchen wir eine verbindende Denk- und Sprachkultur. Wir kommen zurück zu unserer Natürlichkeit und Lebendigkeit, indem wir uns unserer Gefühle und Bedürfnisse bewusst werden und sie in Beziehung setzen mit dem was wir zuvor wahrgenommen haben und was wir uns vom Gegenüber erbitten.

Lebensbejahende Kommunikation spricht klar und verständlich von dem, was ich brauche und gibt uns die Möglichkeit, vom anderen zu verstehen, wie wir sein Leben bereichern können. Die Kommunikationsform, auf die wir uns stützen ist die von Dr. Marshall B. Rosenberg entwickelte Gewaltfreie Kommunikation.

Der Beitrag der Gewaltfreien Kommunikation

Die Herangehensweise der Gewaltfreien Kommunikation hilft uns in Kontakt mit unseren eigenen Werten zu kommen und diese so zu kommunzieren, dass sie vom Gegenüber verständnisvoll angenommen werden können. Durch ihre einfache Struktur ist sie ein geeignetes und leicht lernbares Hilfsmittel im Spannungsfeld von Konfliktlösungen bis zu therapeutische Arbeiten. (Näheres siehe Extrakapitel „Was ist Gewaltfreie Kommunikation“)

Verbindung und Dialog

Fühlen wir uns in unseren Problemen vom anderen wirklich verstanden, sind 80% der Probleme gelöst, ohne dass etwas konkret getan oder geändert werden muss. So konnten juristische Streitigkeiten vor Gericht vermieden werden, weil sich der Ankläger vom Beklagten in seiner Sicht wirklich verstanden fühlte und dabei den Zustand akzeptieren und belassen, der ihm vorher zu Klage brachte.

Der Schlüssel liegt in der Erfahrung der Verbundenheit und Gemeinsamkeit. Sind wir in Kontakt mit unseren Gefühlen und Bedürfnissen, können wir klar und stark unsere Position vertreten und behaupten. Hören wir die Gefühle und Bedürfnisse der anderen, sind wir leichter bereit ihnen Verständnis entgegen zu bringen und sie zu unterstützen.

Es entsteht ein zwischenmenschlicher Dialog, der Raum für Lösungen schafft und zufriedene Gesprächspartner hinterlässt. Wir erleben auf mehrere Ebenen eine Win-Win-Situation.

Gerade in betrieblichen Auseinandersetzungen zeigt sich, dass die zwischenmenschliche Komponente sowohl die Ursache, als auch deren Lösung ist. Sie gewinnt zunehmend an Bedeutung vor allem gegenüber rein organisatorisch oder rein lösungsorientierten Ansätzen. So können wir z.B. in unseren innerbetrieblichen Supervisionsarbeiten immer mehr erkennen, dass eine auf der Herzensebene geklärte Unstimmigkeit zu effektiveren und nachhaltigeren Lösungen führt.

Wertschätzung, das heißt Feiern und Trauern

Glücklich zu sein und nicht leiden zu wollen, heißt nicht, dass es kein Unannehmlichkeiten, keinen Schmerz mehr gibt. Mit Unterstützung der gewaltfreien Kommunikation kommen wir in Kontakt mit unserer Lebendigkeit.

Wir entwickeln ein Verständnis und Bedürfnis nach Wertschätzung für unsere Lebenssituationen und können die Freude am Anteil des Anderen für unser Glück mit ihm teilen und feiern.

Ebenso können wir Mißverständnisse, Fehleinschätzungen und Verluste als Bestandteil des Lebens erkennen, integrieren und angemessen würdigen. Wir können eine Art Sinnhaftigkeit für dieses Leiden erkennen und wertschätzen. Dadurch bekommen Begriffe wie Wertschätzung, Trauern und Feiern ein neues Verständnis und rücken enger zusammen.